Autohändler stellen keine echte Belebung der Nachfrage fest – Klimaziele werden so nicht erreicht
Berlin, 6.2.2026 – Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) fordert eine zügigere Umsetzung der angekündigten E-Auto-Prämie sowie die frühzeitige Einbeziehung junger gebrauchter Elektrofahrzeuge in die Förderung. Der Verband hat diese Forderungen in einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneide übermittelt.
Die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs unterstreicht eine aktuelle Mitgliederumfrage des VAD: Mehr als 80 Prozent der befragten Automobilhändler berichten, dass sie derzeit keine oder nur eine sehr geringe Belebung der Nachfrage nach Elektroautos feststellen. Nach Einschätzung des Verbandes droht die aktuelle Ausgestaltung der Prämie damit, ihre klimapolitische Wirkung zu verfehlen.
Die Automobilhändler in Deutschland unterstützen den Wandel zur klimafreundlichen Mobilität akAv. „Wir stehen für wirksamen Klimaschutz im Verkehr – mit Elektroautos, aber ohne Zwang. In unseren Autohäusern beraten wir täglich Kundinnen und Kunden, die sich intensiv mit dem UmsAeg auf Elektromobilität befassen“, erklärt der VAD.
„Wir sehen weiter große Kaufzurückhaltung bei potenziellen Käufern“, sagt VAD-Präsident Burkhard Weller. „Die Ankündigung der Prämie hat zu weiter Unsicherheit auf Seiten der Kundengeführt.“ Nach jüngsten Erhebungen – unter anderem des Instituts Allensbach im Auftrag des VDA – kann sich nahezu jeder zweite Autofahrer noch nicht vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Hauptgrund bleibt der hohe Anschaffungspreis. Die am 19. Januar vorgestellte Prämie zielt darauf ab, diese Einstiegshürden abzubauen.
Nach Einschätzung der Händler zeigt die Förderung bislang jedoch nicht die gewünschte Wirkung. „Das schadet den Händlern ebenso wie Kunden, die auf Planungssicherheit warten, und bremst zugleich den Fortschritt beim Klimaschutz“, sagt VAD-Präsident Burkhard Weller. Je schneller Elektroautos in den Markt kommen, desto größer ist der positive Effekt für den Klimaschutz.
Als zentrale Gründe für die Kaufzurückhaltung nennen Händler insbesondere fehlende Klarheit über Fördervoraussetzungen – vor allem bei der Berechnung des Haushaltseinkommens – sowie unklare Zeitpläne für Einführung und Auszahlung der Prämie. Kunden und Händler können daher derzeit häufig nicht zuverlässig einschätzen, ob eine FörderberechAgung besteht. Zusätzlich erschwert die notwendige Zwischenfinanzierung Kaufentscheidungen.
Der VAD fordert daher, die Prämie schnellstmöglich einzuführen. Insbesondere die geplante Freischaltung des Förderportals erst im Mai bewertet der Verband als deutlich zu spät.
Darüber hinaus sieht der VAD erheblichen Nachbesserungsbedarf beim Förderumfang. Viele Elektro-Neuwagen, insbesondere aus deutscher Produktion, bleiben selbst mit Förderung für Privatkunden schwer erschwinglich. Hinzu kommt die für viele Verbraucher schwer kalkulierbare Kostenstruktur beim Ladestrom.
Der Verband spricht sich deshalb ausdrücklich für die Einbeziehung junger gebrauchter Elektrofahrzeuge in die Förderung aus. Privatkunden entscheiden sich erfahrungsgemäß überwiegend für Gebrauchtfahrzeuge. „Nur wenn auch junge Gebrauchte gefördert werden, kann Elektromobilität schnell für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Ohne diesen Schritt werden viele Privatkunden den Umstieg nicht vollziehen können“, so der VAD.
Der im Oktober 2025 gegründete Verband der Automobilhändler Deutschlands vertritt rund 6.000 Automobilhändler. Die Branche beschäftigt mehr als 300.000 Menschen, setzt jährlich rund 128 Milliarden Euro um und verkau: neben knapp drei Millionen Neuwagen etwa 6,5 Millionen Gebrauchtwagen. Zugleich gilt der Automobilhandel mit seinen Werkstätten als bedeutender Ausbildungssektor: Mehr als 60.000 junge Menschen erlernen hier einen Beruf, viele von ihnen mit Migrationshintergrund.
Kontakt: Guido Reinking
Tel.: +49 173 9286106
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